Kanada bei der Fußball-WM: Immerhin viel gelernt – Sport

Was Alphonso Davies in der ersten Minute seines zweiten Karriere-WM-Spiels zwischen München und Vancouver tat, wird das fußballbesessene Publikum nicht überraschen: Er sprintete über das Feld. Die meisten Matches bei dieser WM begannen bisher sehr reibungslos, weshalb die Kroaten den Sprint von Davies nicht zu sehr aus ihrer Defensivbemühung herausholen ließen, als der Ball in ihre Hälfte eindrang. Lange stand der Außenverteidiger des FC Bayern im Strafraum – bis plötzlich eine Halbfeldflanke einflog, wo er kurz abhob und zum 1:0 traf. Es war ein Tor von historischer Bedeutung zu seinem Königreich.

Kanadas erstes Tor bei einer Weltmeisterschaft bestätigte den Eindruck aus dem ersten Spiel, in dem die Mannschaft bereits mit ihrem mutigen Angriffsspiel beeindruckt hatte, das von belgischer Naivität und Davies’ Nervosität im Elfmeterschießen ausgebremst wurde. Am Ende stand es 0:1, kein Verdienst, also eher Ruhe.

Auch das Erlebnis auf einer WM-Etappe, bei der jedes Wort Gewicht hat, wird in Erinnerung bleiben

Dem ersten Tor von Davies gegen Kroatien ging jedoch eine tapfere Leistung mit offensichtlichen Mängeln voraus: Kroatien gewann schließlich mit 4: 1 und qualifizierte sich für das Achtelfinale. Nach der Gruppenphase steht die Reise nach Kanada an.

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Neben zwei großartigen Auftritten wird den Nordamerikanern auch das Erlebnis einer WM-Etappe in Erinnerung bleiben, bei der jedes Wort Gewicht hatte. Vor allem, wenn es mit “F” beginnt und mit “uck” endet. Im Spiel nach Belgien gab Kanadas Trainer John Herdman eine strenge Erklärung ab, sich nicht zu viele Sorgen um Kroatien zu machen. Das brachte ihm eine Antwort von Kroatiens Trainer Zlatko Dalic (“Wir sind WM-Zweiter. Wir erwarten Respekt”) und einer Boulevardzeitung ein. 24 ProzentHerdman präsentierte das Gesicht mit einem großen Ahornblatt im Mund und einem kleineren Ahornblatt in den unteren Körperteilen.

Der furchteinflößende Lauf des 22-jährigen Davies durch sein Tor sorgte nach dem Auftaktspiel dafür, dass der gestandene Kroate nicht nur in Boulevard-Geschwätz zurückblieb. Luka Modric und seine Mittelfeldpartner Marcelo Brozovic und Mateo Kovacic brauchten eine Viertelstunde – doch dann änderte sich das Spiel. Die Kroaten, im ersten Spiel gegen Marokko in der gegnerischen Hälfte undurchsichtig, kamen von Minute zu Minute besser ins Spiel, kontrollierten das Geschehen und nutzten Chancen: Andrzej Kramaric traf in der 26. Minute auf 1:1, doch das Spiel wurde abgebrochen. Eine Abseitsposition.

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Ein Sprint wie das 1:0 ist für den damals 26-jährigen Davis noch möglich

Zehn Minuten später kam es zum Ausgleich: Ivan Perisic beförderte den Ball durch die Beine seines Gegners, Kramaric feuerte am langen Pfosten ab. Kroatien scheint nun die spielerische Einfachheit gefunden zu haben, die Dalics Team zuletzt im Vorfeld von Katar auszeichnete. Vor allem Kovacic schaffte im Mittelfeld Platz, während Modric und Brozovic sicher waren. In der 44. Minute raste Außenverteidiger Josip Juranovic, der Davies in der ersten Minute einholte, in Richtung des kanadischen Strafraums, nahm einen Umweg, fand Stürmer Marco Livaja und traf aus 15 Metern knapp zum 2. -1.

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Die kroatische Halbzeitführung war hochverdient, und auch in der zweiten Hälfte blieb das Bild unverändert: Kanada versuchte es immer wieder mit Kontern, öffnete aber viele Lücken in der Abwehr. In der 54. Minute hatte Kramaric die erste Entscheidung vor Augen, doch nur ein Treffer in der 70. Minute, Perisics Zuspiel, führte zum 3:1. Kurz vor Schluss traf Lovro Majr mit 4:1 und die Kroaten meldeten sich nach anfänglichen Problemen als Titelanwärter zurück.

Rein statistisch betrachtet ist Kanadas Bilanz jedoch sehr ruhig. Dennoch dürfte die Erfahrung den Kanadiern für ihre Heim-WM 2026 viel wert sein – und die gute Nachricht ist: Ein Sprint wie ein historisches 1:0 ist für den damals 26-jährigen Alphonso Davies noch möglich.

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