In Deutschland geboren, aber für andere Nation aktiv

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Aus: Alexander Kaidl

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Die WM 2022 rückt näher, die Kader stehen bereits fest. Der DFB muss auf viele eigentlich in Deutschland geborene Spieler verzichten.

München – Hansi Flick hatte es bei seiner Berufung nicht leicht. Wie steht es um die Verteidigung? Wer wird deutscher Mittelstürmer? Hat die Auswahl genug Qualität, um die WM 2022 zu überstehen?

In Deutschland geboren, jetzt aber für eine andere Nation aktiv: Der DFB verlor die erste Elf

Letztlich entschied sich der Bundestrainer für einen 26-köpfigen Kader, der auf den ersten Blick alle Wünsche der Fans erfüllt. Lediglich die Nichtnominierung von Mats Hummels sorgte für Diskussionen. An anderer Stelle hat Flick mit Niclas Füllkrug, Youssoufa Moukoko und Mario Götze den drei Spielern ein WM-Ticket geschenkt, die es sich dank ihrer starken Leistungen in der bisherigen Bundesliga-Saison am meisten verdient haben.

In einer anderen Welt konnte Flick auf viele andere Spieler zählen. Doch sie haben sich vor Jahren anders entschieden und sich, selbst wenn sie könnten, gegen eine Karriere beim DFB und für eine andere Nation entschieden. tz. de zeigt eine ganze Top-Elf mit Fußballstars, die in Deutschland geboren wurden, aber jetzt für einen anderen Verband spielen.

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Vlachodimos, Stanisic, Matip, Orban, Jakobs – sie alle entschieden sich gegen den DFB

Im Tor steht der gebürtige Stuttgarter Odysseas Vlachodimos. Der 28-Jährige blieb für Benfica und Griechenland ohne Gegentor, könnte aber theoretisch eines Tages das Deutschland-Trikot überziehen. Vlachodimos hat alle deutschen Jugendmannschaften durchlaufen, gab aber im November 2018 sein Debüt für Griechenland. Seitdem hat er 29 Länderspiele absolviert.

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Die Abwehr besteht aus Josip Stanisic (geboren in München, spielt für den FC Bayern und Kroatien), Joel Matip (Bochum/FC Liverpool/ex Kamerun), Willi Orban (Kaiserslautern/RB Leipzig/Ungarn) und Ismail Jakobs (Köln/AS Monaco) . ./Senegal). Stanisic und Jakobs haben mit ihren Ländern die WM-Qualifikation geschafft, anders als Orban ist Matip bei den „Indomitable Lions“ schon lange fertig.

Salih Özcan: U21-Europameister mit Deutschland, jetzt türkischer Nationalspieler

Im defensiven Mittelfeld ist ein weiterer WM-Fahrer (Spielplan WM 2022) zu Hause, der, wie nur Kenner wissen, ebenfalls in Deutschland geboren wurde: Mario Pasalic. Der Kroate wurde 1995 in Mainz geboren, kehrte aber nur wenige Jahre später in seine Heimat zurück. Er spielt jetzt für Atalanta Bergamo. Der gebürtige Kölner Salih Özcan gewann mit Deutschland die U21-EM, doch der Dortmunder Neuzugang entschied sich dann für die türkische Nationalmannschaft.

Ebenfalls im Mittelfeld zu Hause: die beiden Top-Techniker dieser Mannschaft: Hakan Calhanoglu (Mannheim/Inter Mailand/Türkei) und Vincenzo Grifo (Pforzheim/SC Freiburg/Italien).

Zwei herausragende Spieler: Calhanoglu und Grifo aktiv für die Türkei und Italien

Calhanoglu verbrachte seine gesamte Jugend in Deutschland und spielte bis 2017 in der Bundesliga. Der Freistoßspezialist hatte sich bereits bei den Jugendmannschaften für die Türkei entschieden. Dagegen ist Grifos internationale Karriere noch relativ jung. Der gebürtige Pforzheimer spielte schon immer in Deutschland, kam aber bis 2018 nur zu vier U20-Einsätzen für die Squadra Azzurra.

Damit ging sein großer Traum in Erfüllung: Grifo wurde in die A-Nationalmannschaft berufen und hat bisher sechs Spiele bestritten. Er wurde jedoch nicht für die Europameisterschaft 2021 benannt, die Italien schließlich gewinnen würde.

Willi Orban (links) spielt in Ungarn, Vincenzo Grifo in Italien.
Willi Orban (links) spielt in Ungarn, Vincenzo Grifo in Italien. © LaPresse / Revierfoto / Imago

Erste Elf mit in Deutschland geborenen Spielern, die sich dann aber für einen anderen Verein entschieden haben

Der Sturm fehlt noch. Zwei Hamburger sollten hier Abhilfe schaffen: Augsburgs Ermedin Demirovic entschied sich als Teenager für Bosnien-Herzegowina. Und Eric Maxim Choupo-Moting, der Mann der Stunde in der Bundesliga, trägt seit zwölf Jahren das Kamerun-Trikot. Der aktuelle Bayern-Stürmer war über die Jugendmannschaften des DFB gekommen.

Eine Übersicht der elf deutschstämmigen Spieler, die für einen anderen Landesverband aktiv sind oder waren: Vlachodimos – Stanisic, Matip, Orban, Jakobs – Pasalic, Özcan – Calhanoglu, Grifo – Demirovic, Choupo-Moting.

Spieler wählen andere Föderationen: Warum?

Bleibt die Frage: Warum entscheiden sich Spieler bewusst gegen den DFB, wenn sich die deutsche Nationalmannschaft fast immer für die großen Turniere qualifiziert und dort oft erfolgreich ist? Einfach gesagt: die Konkurrenz. Was die Qualität der einzelnen Spieler betrifft, bleibt Deutschland eine der besten Mannschaften im Weltfußball. Viele Kicker kalkulieren daher, dass ein kleinerer Verein deutlich bessere Chancen auf ein großes Turnier hat. Bestes Beispiel sind die Verteidiger Stanisic und Jakobs, die kaum eine Chance hätten, in den deutschen WM-Kader aufgenommen zu werden. Mit Kroatien und Senegal sind sie nun im Weltcup dabei.

Ein weiterer Grund ist die Verbundenheit mit der eigenen Nation: Grifo betonte einmal in einem Interview, dass sein Herz zu 100 Prozent für Italien schlägt und er sich immer für die Azzurri entscheiden würde. Bei Pasalic hingegen war klar, dass für ihn nur Kroatien in Frage kommt. Schließlich hat er nur kurze Zeit in Deutschland verbracht. (cl)

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